< Abteilung IV >     < Kurzanleitung >     < Beispiel >     <  English version

Universität Bonn 

OOSIM 

"Object-Oriented Simulation Library" 


OOSIM ist das Akronym für "Object-oriented Simulation Library" und bezeichnet eine objektorientierte Klassenbibliothek, die Module für die Simulation von Netzwerken zur Verfügung stellt. Dabei basiert OOSIM auf der Programmiersprache C++ und bietet Flexibilität bei der Modellierung und einfach anzuwendende Möglichkeiten zur Entwicklung von Simulationsmodellen. OOSIM ist speziell auf die Simulation von Rechnernetzen zugeschnitten und baut dabei auf der Technik der diskreten ereignisgesteuerten Simulation auf. 

Es existiert eine umfangreiche Bibliothek von Bausteinen, die bei der Zusammenstellung von Simulationsszenarien benutzt werden können und insbesondere den internen Aufbau einer Station in Form eines Protokoll-Stacks unterstützen. Im wesentlichen sind zur Zeit folgende Bausteine verfügbar: 

  • Flexible Lastgeneratoren sowohl für spezielle Datenstromarten wie "File-Transfer", "Datenbank-Verkehr", "Video-Source", "Video-On-Demand-Server" als auch für benutzerdefinerte Ströme. Die Lasten werden zumeist gerichtet eingesetzt, zusätzlich sind auch Broadcasts und Hintergrundlast möglich. 
  • TCP und UDP im Bereich der Transport-Protokolle. 
  • ROBIN ("Regulation Of Bandwidth in Intra-Networks")

  • ist ein Verfahren zur Regelung der Bandbreite auf Ende-zu-Ende Basis in räumlich begrenzt ausgedehnten Netzwerken. Ziel des Mechanismus ist es, eine (fast) optimale Aufteilung der verfügbaren Netzbandbreite zu gewährleisten, wobei verschiedene Anwendungen mit unterschiedlichen qualitativen Anforderungen in entsprechenden Dienstgüteklassen unterschiedlich berücksichtigt werden sollen. 
  • Routing über verschiedene Subnetze, sofern Stationen über mehrere Netzkarten verfügen. 
  • Implementierung von verschiedenen Medienzugangsverfahren: 
    • Ethernet (halb-duplex, 10/100 MBit/s) 
    • Gigabit Ethernet (voll-duplex, 10/100/1000MBit/s): 

    • Netzkarten und Switches beherrschen die Flußkontrolle nach IEEE 802.3x, mehrere Switches können zu einem Subnetz zusammengefaßt werden. 
    • FDDI 
Diese Komponenten und die darauf ausgerichtete Verwaltungsstruktur zur Durchführung und Auswertung eines Simulations-Szenarios ermöglichen dem Nutzer der Bibliothek ein einfaches "Zusammenstecken" der Module, ohne selbst programmieren zu müssen. Durch dieses "Baukastenprinzip" mit definierten Schnittstellen der Bausteine untereinander lassen sich zudem Erweiterungen (beispielsweise spezielle Transport-Protokolle) in OOSIM integrieren und in Verbindung mit den vorhandenen Komponenten nutzen. 

Eine Beschreibung zum Umgang mit OOSIM findet sich in der Kurzanleitung, ein Beispiel für ein mögliches Szenario findet sich hier

Die Entwicklung von OOSIM wird kontinuierlich fortgeführt. Berücksichtigt wird dabei insbesondere die aktuelle Forschung in den Themenbereichen Multimedia und Netzsicherheit. Im Bereich der Protokollebenen wird an der Implementierung des "ATM-Adaption-Layer 5" gearbeitet. 
 

Kontaktpersonen 

Bei Fragen bzgl. OOSIM wenden sie sich bitte an:

Nach Absprache sind die OOSIM-Sourcen und die zugehörige Dokumentation in Form eines Handbuchs erhältlich. 
 


< zum Anfang

25.03.99 - Oliver Feuser