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Leitfaden für Diplomarbeiten (Stand: Juli 1997)
Dieser Leitfaden gibt allgemeine Hinweise zur Vergabe und Bearbeitung
von Diplomarbeiten der Arbeitsgruppe "Rechnernetze und Verteilte
Systeme" (Leitung: Prof. Dr. Peter Martini). Die Kenntnis des Inhaltes
ersetzt nicht die persönlichen Gespräche und die Beratung
durch Prof. Dr. Peter Martini und seine wissenschaftlichen
Mitarbeiter.
In Einzelfällen sind nach vorheriger Absprache Abweichungen von
den Inhalten dieses Leitfadens möglich.
Das Konzeptpapier:
Sinn:
Im "Konzeptpapier" wird vor der Ausgabe der Arbeit (d.h. vor der
Anmeldung) das wesentliche Konzept der Diplomarbeit dargestellt.
Dies umfaßt
- die Zusammenstellung der Aufgaben, der wesentlichen Ziele und
der beabsichtigten Vorgehensweise,
- die Grobstruktur der schriftlichen Ausarbeitung (nach
Möglichkeit mit geschätzter Seitenzahl der einzelnen
Kapitel) und
- den Zeitplan für die Bearbeitung.
Zeitpunkt:
Unmittelbar vor Anmeldung der Arbeit (vom
Diplomanden bzw. von der Diplomandin noch vor dem
Einleitungsvortrag vorzulegen)
Umfang:
1 - 2 Seiten Text (ggf. mit Graphik)
Der Einleitungsvortrag:
Sinn:
Der Vortrag dient in erster Linie der Konkretisierung des Themas
der Arbeit. Die Thematik und die Ziele der Arbeit (vor ihrer
Realisierung) sollen vorgestellt und in die Forschungslandschaft
eingeordnet werden. Außerdem können in einer Diskussion
offene Fragen geklärt werden. Der Vortrag soll mit relativ
geringem Aufwand vorbereitet werden (Improvisation möglich),
aber trotzdem die oben genannten Aspekte klar und deutlich ansprechen.
Zeitpunkt:
Unmittelbar vor Anmeldung der Arbeit
Umfang:
20 - 30 min
Der Zwischenvortrag:
Sinn:
Der Vortrag dient dazu, die zwischenzeitlich erzielten Ergebnisse
sinnvoll aufzubereiten. Der aktuelle Stand und das konkrete weitere
Vorgehen sollen hier vorgestellt werden. Auch dieser Vortrag soll mit
relativ geringem Aufwand vorbereitet werden (übt kurzfristig
angeforderte Präsentation des Standes einer Projektarbeit).
Zeitpunkt:
Spätestens nach der Hälfte der Bearbeitungszeit
Umfang:
30 min, zusätzliche Diskussionszeit von 15 min
Der Abschlußvortrag:
Sinn:
Der Vortrag soll die wesentlichen Ideen und Ergebnisse sowie
Erkenntnisse der abgeschlossenen Arbeit darstellen. Dieser Vortrag
setzt eine gründliche Vorbereitung voraus (übt
abschließende Präsentation eines Projektes). Die mit der
Arbeit verbundene eigene Leistung soll im Vortrag deutlich werden.
Zeitpunkt:
Im Regelfall so bald wie möglich nach Abgabe der Diplomarbeit
Umfang:
1 Stunde
Der Abschlußvortrag soll
- in die behandelte Problematik und deren Bedeutung einführen,
- die Struktur der eigenen Vorgehensweise verdeutlichen und
darlegen, welche Lösungsmöglichkeiten es für die
vorgegebene Problemstellung gibt,
- Kernergebnisse herausheben und in Zusammenhang mit den
zugrundeliegenden Annahmen interpretieren,
- die Ergebnisse zur Zielsetzung der Diplomarbeit in Bezug setzen
- erläutern, wo die eigene fachliche Kreativität
eingesetzt wurde,
- die konkreten Ergebnisse der eigenen Arbeit exemplarisch
hervorheben und darlegen, welche allgemeinen Schlußfolgerungen
aufgrund dieser Ergebnisse möglich sind.
Es müssen also die folgenden Aspekte im Vortrag abgedeckt werden:
- Vorstellung der eigenen Ideen.
- Präsentation einer strukturierten und begründeten
Lösung der Probleme.
- Erläuterung der eingesetzten wissenschaftlichen Methoden.
- Vorstellung der aussagekräftigsten Ergebnisse, die mit den
eigenen Lösungsansätzen gefunden worden sind.
- Interpretation und Verallgemeinerung der vorgestellten Ergebnisse.
Die eigene Leistung soll den Zuhörern "verkauft" werden. Es
muß dabei aber "wissenschaftlich" gearbeitet werden.
Ein Vortragsbeispiel / Anregungen für den
Abschlußvortrag:
Ein guter Vortrag könnte z.B. folgende Gestalt haben:
"Ich habe mich mit der Problemstellung xy beschäftigt. Dabei habe
ich das Problem z erkannt. Zur Lösung des Problems z gibt es die
Möglichkeiten a, b und c. Ich habe die Möglichkeiten a, b
und c mit Hilfe des Verfahrens ijk untersucht und bin zu dem Ergebnis
gekommen, daß a und b nicht durchführbar sind. Daher habe
ich das Verfahren c näher betrachtet.
Ich habe dann c so erweitert/vereinfacht, daß es optimal zur
Lösung des Problems z eingesetzt werden konnte. Durch Einsatz von
c habe ich dann die folgenden Ergebnisse erzielt:
1. ...
2. ...
3. ...
In 1. sehen wir, daß ... gilt und daraus können wir
folgern, daß ... einen Systemengpaß darstellt, wenn
der Parameter üöä folgendermaßen gewählt
wird ...
In 2. sehen wir, daß unter den gegebenen Annahmen xxx
gilt. Dabei muß man allerdings beachten, daß die Annahmen
hier einen wesentlichen Einfluß haben. Die Annahmen habe ich
aber genau so und nicht anders getroffen, weil nur mit diesen Annahmen
... gilt und sonst nicht.
In 3. sehen wir das für die Praxis besonders wichtige Ergebnis
.... Dieses beruht natürlich auch auf Annahmen, aber es hat sich
in den Ergebnissen 3a und 3b gezeigt, daß die Annahmen hier
keinen wesentlichen Einfluß auf die Ergebnisse haben.
Zusammenfassend stelle ich fest, daß ich durch
Erweiterung/Vereinfachung von c die Problemstellung xy behandelt habe,
wobei der Schwerpunkt auf der Lösung von z lag. Die Ergebnisse
1., 2. und 3. zeigen, daß folgende allgemeine Aussagen über
das System xy getroffen werden können, wobei dies auch für
das System yx gilt, weil ... ."
Die schriftliche Ausarbeitung:
Die Diplomarbeit soll sinnvoll strukturiert sein, was sich in Inhalt
und Reihenfolge der Kapitel widerspiegelt.
- Einleitung
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die zum Thema hinführt
und die Relevanz des behandelten Themas verdeutlicht. Das Thema der
Arbeit soll in der Einleitung deutlich motiviert und in die
Forschungslandschaft eingebettet werden. Ein Überblick über
die Struktur der Arbeit (Aufteilung "was in welchem Kapitel steht")
schließt die Einleitung ab.
- Einleitende Kapitel
Die Arbeit muß ohne Hinzuziehung weiterer Fachliteratur
verständlich sein. Daher ist es i.d.R. erforderlich, spezielle
(für die Arbeit relevante) Aspekte zu erläutern. Diese
Darstellung der Grundlagen wird nicht als eigene geistige Leistung im
engeren Sinne gewertet.
Grundidee: Wichtige Zusatzinformationen für einen Leser,
der über allgemeine Kenntnisse zu dem behandelten Thema
verfügt. Die Darstellung kann sich an den Kenntnissen
orientieren, die ein Student hat, der die Veranstaltung
"Rechnernetze I" gehört und verstanden hat. Die einleitenden
Kapitel sollen zielgerichtet auf das hinführen, was in den
nachfolgenden Kapiteln benötigt wird. Irrelevante Details
gehören hier nicht hin!
- Kernkapitel
Die Kernkapitel sollen in gut strukturierter Form die gewählte
Vorgehensweise und die erzielten Ergebnisse präsentieren. Wichtig
sind vor allem die Beschreibung der Gründe für die Wahl der
Vorgehensweise, die Darstellung aller wichtigen Details und die
Interpretation der Ergebnisse. Details der Implementierung von
Software sind hier nur dann anzugeben, wenn sie für die Arbeit
zentrale Bedeutung haben.
- Zusammenfassungen
Am Ende eines jeden Kapitels steht eine Zusammenfassung, welche die
wesentlichen Punkte in übersichtlicher Form festhält: "Was
habe ich in diesem Kapitel gelernt?". Eine Zusammenfassung ist nie
länger als eine halbe Seite.
- Literaturhinweise
Die Arbeit ist in relevante Fachliteratur eingebettet und weist durch
Referenzen im Text auf diese hin.
- "Das Letzte"
Am Ende der Arbeit steht eine Zusammenfassung mit Ausblick. Hier
werden die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit nochmals
zusammengestellt, ohne auf Details der Erzielung dieser Ergebnisse
einzugehen. Der Ausblick sagt, was man noch alles hätte machen
können/wollen, wenn man mehr Zeit gehabt hätte.
Die Einleitung und das abschließende Kapitel
"Zusammenfassung/Ausblick" sollen auch ohne die dazwischenliegenden
Kapitel aufeinanderfolgend sinnvoll lesbar sein. Der Leser soll
neugierig gemacht und zum Lesen der gesamten Arbeit angeregt werden.
Die zeitliche Komponente:
Die Bearbeitungszeit beträgt 6 Monate und beginnt nach der
Einarbeitung, die z.B. im Rahmen des Praktikums erfolgen
kann. Seminare sind i.d.R. nicht zur Einarbeitung geeignet.
In der Regel erwerben Studierende vertiefte Kenntnisse aus dem
für die Diplomarbeit relevanten Fachgebiet im Rahmen eines
von der Arbeitsgruppe "Rechnernetze und Verteilte Systeme"
angebotenen Praktikums. Studierende, die nicht (oder vor langer
Zeit) an einem solchen Praktikum teilgenommen haben, müssen
mit erheblicher Einarbeitungszeit rechnen.
Umfang der schriftlichen Ausarbeitung:
- Die Diplomarbeit ist typischerweise
- 12-gepunktet und
- reich bebildert.
- Das 100-Seiten-Kriterium:
Der Umfang der Diplomarbeit sollte 100 Seiten nicht überschreiten.
- Das 130-Seiten-Kriterium:
Was über 130 Seiten hinausgeht, zeigt Weitschweifigkeit oder eine
zu komplexe Aufgabenstellung.
- Das Aufteilungs-Kriterium:
Die Arbeit umfaßt einleitende bzw. grundlegende Kapitel und
Kapitel mit der Beschreibung der eigenen Leistung. Die einleitenden
bzw. grundlegenden Kapitel sollen nicht mehr als 50 % der Ausarbeitung
umfassen.
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Das Baum-Kriterium:
Programme sind (zwecks Wiederverwendung) reich zu kommentieren (in
englischer Sprache !!!) und auf Diskette als Anlage zu jedem Exemplar
der Diplomarbeit (also 4-fach) im Prüfungsbüro abzuliefern.
Ein gedrucktes Exemplar des Programmlistings wird spätestens
3 Wochen nach Abgabe der Diplomarbeit in einfacher Ausführung
beim Betreuer der Arbeit abgegeben.
Sonstige Hinweise/Tips:
- Die "Ich-Form" soll möglichst wenig benutzt werden.
- Umgangssprachliche Formulierungen wie "echt gut" sind zu vermeiden.
- Im Regelfall gilt eine Diplomarbeit als öffentlich. Sie wird
daher in Absprache mit dem Betreuer auf einem geeigneten Server in
editierbarer Form archiviert und Interessenten zur Verfügung gestellt.
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